Beruf

 

Polizeibeamter

Polizeiarbeit bedeutet Vielfalt und Abwechslung, bedingt aber auch ein hohes Maß an Flexibilität und Durchsetzungsvermögen. Zahlreiche Stationen und Tätigkeiten boten mir eine Vielzahl an Erfahrungen, die kein anderer Beruf mit sich bringt: Harte, körperliche Auseinandersetzungen in Berlin und Wackersdorf, psychisch stark belastende Momente bei der Abwehr von Messerattacken oder auch der allgegenwärtigen Begegnung mit dem Tod, sei es bei schweren Verkehrsunfällen oder Suizid. Aber vor allem die Freude, wenn man Menschen helfen kann.

 

Die „jungen Jahre“ waren für mich äußerst spannend und vielfältig. Sei es im Dienst als „ganz normaler“ Polizeibeamter auf der Straße, aber auch bei Großeinsätzen, in einer Verkehrsdienststelle oder bei einer Sondereinheit. Die Zahl der Dienstorte forderte von mir ebenfalls stets Flexibilität: Königsbrunn, Dachau, Kempten, Augsburg und schließlich im Jahr 1994 die Polizeiinspektion Rain. Im gleichen Jahr begann ich mit dem Studium an der Beamtenfachhochschule für Innere Verwaltung/Polizei.

 

Seminare: Verhaltenstrainer der Polizei – Runde 1

Mit den ersten Tagen des Jahres 1998 startete ich faktisch eine weitere Berufsausbildung: Verhaltenstrainer der Polizei.
 

Was in der Wirtschaftswelt als Managementseminar oder Persönlichkeitsbildung bezeichnet wird, nennt sich im Fortbildungsprogramm der Bayerischen Polizei „PAKET“: Polizeiliches Anti-Stress-, Kommunikations- und Einsatzbewältigungs-Training. Sechs Jahre lang trainierte ich mit bayerischen Polizeibeamten, aber auch Angehörigen anderer Behörden, den Umgang mit Menschen, Situationen und vor allem mit sich selbst. Im Jahr 2012 begann ich erneut in diesem spannenden Tätigkeitsfeld zu arbeiten.

 

Journalist

Mein Hobby Tauchen – ich ließ mich zwischenzeitlich zum Tauchlehrer ausbilden – brachte mich Ende der 90er zum Journalismus. Im Jahre 2000 absolvierte ich mein zweites Studium und war damit Online-Redakteur. Weitere zehn Jahre als Fachjournalist und Unterwasserfotograf waren Teil der Voraussetzungen, die mir im Jahr 2010 den Weg zu einem Vollzeit-Masterstudium im weiten Feld der Medienwissenschaften ebneten. Der Studiengang „Management und Innovation in Journalismus und Medien“ an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt bot mir mehr als nur Einblicke in bis dahin fremde Wissensbereiche der Betriebswirtschaft und des Managements. Das späte Studentenleben war – neben meinem Vollzeitberuf – sehr harte Arbeit, vor allem aber eine sehr schöne Zeit.

 

Führungskraft

kletternNach dem Ende meiner Seminartrainer-Tätigkeit im Jahr 2003 nahm ich meine Position als stellvertretender Dienststellenleiter bei der Polizeiinspektion Rain ein. Hier lernte ich vor allem, dass man mit Beharrlichkeit und Überzeugungskraft auch in schwierigen Situationen zu guten Ergebnissen kommen kann, geradlinige Führungsarbeit nicht immer leicht ist, oder um es mit einem verstorbenen, bayerischen Politiker zu sagen: Everybody’s darling ist everybody’s Depp. Besonders unpopuläre Entscheidungen erfordern den Mut, sie zu treffen und zu vertreten. Vertrauen, Zuverlässigkeit, Gesetzestreue, aber dennoch für den Menschen da zu sein sind Werte, die aus dem Beruf des Polizeibeamten eine Berufung machen.

 

Und auch als Führungskraft heißt es stets: Flexibel sein! Zwei Jahre in einem polizeilichen Führungsförderungsprogramm – von 2007 bis 2009 – boten mir Gelegenheit, mich als Dienststellenleiter der Verkehrspolizeiinspektion Donauwörth, als Pressesprecher der Polizeidienststellen in Augsburg und Ingolstadt, aber auch als Mitarbeiter bei der konzeptionellen Verbrechensbekämpfung betätigen zu können. All dies ein unersätzliches Plus an Erfahrung, Wissen und Netzwerk, das mir auf dem zweiten Chefstuhl der Rainer Inspektion jeden Tag aufs Neue hilfreich war.

 

Seminare: Verhaltenstrainer der Polizei – Runde 2

Ich bin ein Mensch, der Ruhe genießen kann, aber von Zeit zu Zeit bewusst den Wandel sucht. Verharren im Moment hat seinen Reiz, aber erst Bewegung macht aus Momenten einen Prozess. Mitte 2012 wurde ich gefragt, ob ich mir eine „zweite Runde“ als Trainer vorstellen könnte. In einem Team von rund 25 Trainern unter weit mehr als 30.000 PolizeibeamtenInnen realtiv freischaffend tätig sein zu dürfen, kommt einer Auszeichnung gleich.

 

Seit dem war ich wieder in meinem alten Metier tätig – als Verhaltenstrainer, angegliedert an den Psychologischen Dienst der Bayerischen Polizei. Aufgabenfelder und Zielgruppen haben sich mittlerweile stark gewandelt und vergrößert, das Maß an selbständiger, eigenverantwortlicher Arbeit ist höher als noch 2003. Während vor einigen Jahren Standardthemen an wenigen Fortbildungsstandorten die Regel waren, hat nun die individuelle Maßnahme vor Ort Einzug in das Fortbildungsprogramm gehalten. Mein Arbeitsplatz ist sozusagen ganz Bayern. Trainer sind nun auch Moderatoren, Vermittler, Berater. Die Devise “Hilfe zur Selbsthilfe” spiegelt sich darin wieder, dass der Trainer nicht das Problem löst, sondern die Beteiligten methodisch-strukturiert dazu anleitet.